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Expatrio in Dialogue with Dr. Axel Berg

Admin 2024-02-16

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In the fifth post of our series Expatrio in Dialogue we spoke with Dr. Axel Berg, Ambassador (ret.). Dr. Berg was Permanent Representative to the OSCE for the Federal Republic of Germany from 2005 to 2008, Ambassador to Switzerland from 2008 to 2011 and Ambassador to the Kingdom of Norway from 2012 to 2016.

For the German version, please check bellow.

 

1. Dear Ambassador Dr. Berg, in the progress of your career as a diplomat you have been confronted with European issues in a variety of ways, including in several functions in the European Affairs Department, where you were responsible for basic issues of the European Union. What challenges do you see Europe currently facing?

Axel Berg

Dr.B.: It seems no exaggeration to say that the challenges for the European Union have never been so great and varied as they are today. The keywords above all trade conflicts are migration, security policy and crisis management, climate protection, digitization. At the same time, we have a completely new situation with Brexit, the consequences of which we still cannot fully foresee. 

From all my diplomatic work and, above all, from my experience as an ambassador, I know, however, that Germany, like any other EU Member State, can only make a joint contribution to solving the major international issues within the European Union. It follows from this that we need a stronger, more capable Europe. 

2. Your career has also been marked by stations outside Europe, among others you served as economic officer in Beijing from 1986-1989. The Chinese represent the largest group of foreign students in Germany. Where are the bilateral relations between China and Germany today?

Dr.B.: The German Federal Foreign Office describes the bilateral German-Chinese relations as friendly and good, of great diversity, considerable density and increasing political substance. This assessment was correct even during my time in Beijing, even though China has developed to an incredible degree since then. I am pleased about the lively exchange of scientific knowledge and the large number of Chinese students here in Germany, but also about the continuing increase in tourism, the dynamism in economic and trade relations, or cultural policy cooperation and the resulting increase in mutual understanding. This will strengthen the relationship between these two important countries and at the same time promote dialogue on the differences of opinion that continue to exist. 

3. From your point of view, have the conditions for qualified immigration to Germany improved in recent years?

Dr.B.: The conditions for qualified immigration to Germany have improved in two ways. On one hand, there has been a growing realization that we urgently need people who have the appropriate skills and can contribute to the German labor market. On the other hand, as a consequence, the legal requirements for this have been facilitated and further developed.

4. You are currently a coordinator of the International Diplomatic Training of the Federal Foreign Office and mentor for the Young German Council on Foreign Relations (DGAP). You are also a member of the board of the International Club in the Federal Foreign Office (ICAA). What motivates you in your continuous commitment?

Dr.B.: For me, this is a win-win situation in which I have the opportunity to contribute some of my experience and, at the same time, exchange current developments with other committed people and people interested in foreign policy.

5. Looking back on your diplomatic career, what would you like to tell young people who come to Germany to study and work here?

Dr.B.: The diplomatic career can only be compared to other careers to a limited extent. I believe, however, that qualities such as openness to new ideas, motivation and flexibility are particularly helpful for young people who want to receive an education here in Germany and possibly stay here.

Expatrio im Dialog mit Dr. Axel Berg

Dr. Berg war für die Bundesrepublik Deutschland von 2005 bis 2008 Ständiger Vertreter bei der OSZE, Botschafter in der Schweiz von 2008 bis 2011 und Botschafter im Königreich Norwegen von 2012 bis 2016.

1. Lieber Herr Botschafter Dr. Berg, Sie waren im Laufe Ihrer Karriere als Diplomat in unterschiedlichen Verwendungen mit europäischen Fragestellungen konfrontiert, so auch in der Europaabteilung in verschiedenen Funktionen für Grundsatzfragen der Europäischen Union zuständig. Vor welchen Herausforderungen steht Europa aktuell aus Ihrer Sicht?

Dr.B.: Es scheint wohl nicht übertrieben zu sagen, dass die Herausforderungen für die Europäische Union noch nie so groß und so vielfältig waren wie in diesen Tagen. Die Stichworte sind vor allem Handelskonflikte, Migration, Sicherheitspolitik und Krisenbewältigung, Klimaschutz, Digitalisierung. Gleichzeitig haben wir mit dem Brexit eine völlig neue Situation, deren Konsequenzen wir immer noch nicht vollständig absehen können. 

Aus meiner gesamten Tätigkeit im diplomatischen Dienst und vor allem aus den Erfahrungen als Botschafter weiß ich aber, dass Deutschland, wie jeder andere Mitgliedstaat der EU, nur gemeinsam im europäischen Verbund zur Lösung der großen internationalen Fragen beitragen kann. Daraus folgt die Erkenntnis, dass wir ein stärkeres, ein handlungsfähigeres Europa brauchen. 

2. Auch außereuropäische Stationen haben Ihre Laufbahn geprägt, u.a. waren Sie von 1986-1989 als Wirtschaftsreferent auf Posten in Peking. Die Chinesen stellen die größte Gruppe der ausländischen Studenten in Deutschland dar. Wo stehen die bilateralen Beziehungen zwischen China und Deutschland heute?

Dr.B.: Das Auswärtige Amt bezeichnet die bilateralen deutsch-chinesischen Beziehungen als freundschaftlich und gut, von großer Vielfalt, beachtlicher Dichte und zunehmender politischer Substanz. Diese Einschätzung war schon zu meiner Zeit in Peking zutreffend, auch wenn sich seitdem China in einem unglaublichen Maße weiterentwickelt hat. Ich freue mich über den regen Wissenschaftsaustausch und die hohe Zahl chinesischer Studierender hier in Deutschland, aber auch über den weiter zunehmenden Tourismus, die Dynamik in den Wirtschafts- und Handelsbeziehungen oder die kulturpolitische Zusammenarbeit und das damit verbundene gesteigerte Verständnis füreinander. Damit wird das Verhältnis zwischen diesen beiden wichtigen Ländern gestärkt und gleichzeitig der Dialog über die weiterhin bestehenden Meinungsunterschiede gefördert. 

3. Haben sich die Bedingungen für qualifizierte Zuwanderung nach Deutschland in den letzten Jahren aus Ihrer Sicht verbessert?

Dr.B.: Die Bedingungen für eine qualifizierte Zuwanderung nach Deutschland haben sich in zweierlei Hinsicht verbessert. Zum einen ist die Einsicht gestiegen, dass wir dringend Menschen brauchen, die die entsprechenden Fähigkeiten mitbringen und sich in den deutschen Arbeitsmarkt einbringen können. Zum anderen wurden als Konsequenz die rechtlichen Voraussetzungen hierfür erleichtert und fortentwickelt. 

4. Derzeit engagieren Sie sich als Koordinator der Internationalen Diplomatenausbildung des Auswärtigen Amtes sowie als Mentor für die Junge Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Ebenso sind Sie im Vorstand des Internationalen Clubs im Auswärtigen Amt (ICAA) tätig. Was motiviert Sie bei Ihrem kontinuierlichen Engagement?

Dr.B.: Für mich ist dies eine Win-Win-Situation, bei der ich die Gelegenheit habe, etwas von meinen Erfahrungen einzubringen und mich gleichzeitig über die aktuellen Entwicklungen mit anderen engagierten Menschen und außenpolitisch Interessierten auszutauschen. 

5. Was möchten Sie, rückblickend auf Ihre Diplomatenlaufbahn, jungen Menschen, die nach Deutschland kommen um zu studieren und zu arbeiten mit auf den Weg geben?

Dr.B.: Die Diplomatenlaufbahn ist nur bedingt mit anderen Karrieren zu vergleichen. Ich glaube aber, dass Eigenschaften wie Offenheit für Neues, Motivation und Flexibilität gerade für die jungen Menschen hilfreich sind, die hier in Deutschland eine Ausbildung erhalten und möglicherweise bleiben wollen. 

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